In dieser Episode von Projektmanagement im Glas spricht Host Christian Dürk mit seinen Corivus-Kollegen Thomas Lechte und Manuel Holtsche über die aktuellen Projekt-Entwicklungen im Defense- und Rüstungsumfeld. Sie beleuchten die Herausforderungen, Chancen und Dynamiken, die derzeit sowohl die Bundeswehr als auch die zugehörige Industrie bewegen.
Defense im Fokus – Neue Bedrohungsszenarien und steigende Bedarfe
Christian eröffnet das Gespräch mit einem Blick auf die aktuelle Lage: Konferenzen wie Handelsblatt live, die BWI Industry Days oder die DSEI in London verdeutlichen die zentrale Rolle, die das Thema Defense aktuell sowohl wirtschaftlich als auch politisch einnimmt. Manuel betont, dass neue Bedrohungsszenarien wie Drohnen oder Cyberangriffe die Branche zwingen, ihre Prozesse und Kapazitäten neu auszurichten. Besonders herausfordernd ist dabei die Geschwindigkeit, mit der Lösungen entwickelt und skaliert werden müssen.
Komplexität der Defense-Beschaffungsprozesse
Als Offizier der Reserve schildert Manuel, wie frustrierend die langen Beschaffungszyklen in der Vergangenheit für Soldaten waren. Die Realität zeigt: Militärisches Gerät muss komplexe Anforderungen erfüllen und langfristig einsetzbar sein. Dennoch reicht das alte Modell – über Jahre entwickelte Einzelprojekte – in der heutigen Zeit nicht mehr aus. Die Forderung: schneller, agiler, praxisnäher.
Neue Defense-Eindrücke und der Blick aus anderen Branchen
Thomas berichtet von seinen Eindrücken bei Defense-Veranstaltungen. Besonders auffällig war für ihn die klare Tendenz zum „Off the Shelf“-Ansatz: Statt langwieriger Eigenentwicklungen setzt man zunehmend auf bereits verfügbare Produkte. Parallelen zieht er zur Finanzbranche, in der Digitalisierung und Mobile-Banking-Apps Geschäftsmodelle radikal verändert haben. Auch in der Rüstungsindustrie zeigt sich: Digitalisierung und Daten sind entscheidend, um Geschwindigkeit und Modernität sicherzustellen.
Start-ups und agile Methoden im National Defense-Bereich
Ein weiterer Aspekt: Neue Player drängen in den Markt. Thomas verweist auf die wachsende Start-up-Szene, die mit agilen Methoden und iterativer Entwicklung (MVP, Pilotierung in Einheiten, Feedbackschleifen) frische Ansätze einbringt. Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr schafft Schnittstellen, um diese Dynamik in den traditionell starren Beschaffungsprozess einzubinden. Doch hier muss die Organisation nachziehen, damit Einkauf und agile Produktentwicklung wirklich zusammenpassen.
Projektmanagement zwischen Tradition und Agilität
Manuel und Thomas verdeutlichen, dass die steigende Projektanzahl, verkürzte Innovationszyklen und parallele Entwicklungen neue Anforderungen an Ressourcen, Methoden und Koordination stellen. Klassische Scope-Definitionen und lineare Abläufe stoßen an ihre Grenzen. Stattdessen werden agile Methoden, Ergebnistreue und flexible Priorisierung immer wichtiger.
Organisatorische Faktoren und Lessons Learned aus anderen Branchen
Neben Technologie rücken auch organisatorische Faktoren in den Vordergrund: Ausbildung von Projektmanagern, Priorisierung von Projekten, Governance und methodische Weiterentwicklung. Thomas verweist auf Best Practices aus der Automobilindustrie, in der Software heute die Basis für die Produktentwicklung bildet. Solche Erkenntnisse können auch im Defense-Bereich helfen, kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassungsfähigkeit sicherzustellen.
National Defense: Zwischen Dynamik und Koordinationserfordernisse
Zum Ende der Diskussion fasst Manuel zusammen: Motivation und Verständnis sind vorhanden – alle wollen Veränderungen aktiv mitgestalten. Die größte Herausforderung liegt derzeit in der Koordination zwischen Projekten, Unternehmen und Institutionen. Hier braucht es gemeinsame Strukturen und langfristige Planung.
Thomas verweist zudem auf das aktuelle White Paper National Defense von Corivus, das die gewonnenen Erkenntnisse aufgreift. Es zeigt, wie Unternehmen organisatorisch und methodisch aufgestellt sein müssen, um im Defense-Bereich erfolgreich Projekte umzusetzen. Erfahrungen aus anderen Branchen bieten wertvolle Ansatzpunkte, um Geschwindigkeit, Agilität und Qualität zu vereinen.
Die Diskussion macht deutlich: Rüstungsprojekte im Defense-Umfeld befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Zwischen steigender Dynamik, neuen Bedrohungen und technologischen Innovationen ist vor allem das Projektmanagement gefragt, um Komplexität, Geschwindigkeit und Ergebnisorientierung in Einklang zu bringen.
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Kapitel
| Zeitstempel | Thema |
|---|---|
| 00:00 | Einführung in die Dynamik der Verteidigungsindustrie |
| 02:53 | Herausforderungen im Rüstungs- und Beschaffungswesen |
| 06:04 | Eindrücke aus der Industrie und Digitalisierung |
| 09:00 | Agilität und neue Ansätze im Projektmanagement |
| 11:46 | Komplexität und Koordination in Projekten |
| 14:45 | Lernen von anderen Industrien |
| 17:53 | Schlussfolgerungen und Ausblick |
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