Im Hintergrund des Bildes befindet sich eine große grüne Wandtafel, auf die mit Kreide geschrieben wird. Vor der Tafel steht ein Mann in Uniform, der der Tafel zugewandt ist und diese Beschriftet. Im Vordergrund ist die Schulter einer Bundeswehr-Uniform-Jacke mit der deutschen Flagge zu sehen. Links im Bild befindet sich ein stilisiertes Mikrofon-Symbol, rechts unten eine Podcast-Grafik mit der Aufschrift „Projektmanagement im Glas“ mit Christian Dürk. Die Gestaltung des Bildes kombiniert Fotografie mit grafischen Elementen in Blau- und Orangetönen.

#72 Vom Offizier zum Projektmanager – Erfahrung aus der Bundeswehr im zivilen Projektmanagement

Christian Dürk und Manuel Holtsche diskutieren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im zivilen und militärischen Projektmanagement.

In dieser Folge von Projektmanagement im Glas sprechen Host Christian Dürk und sein Gast Manuel Holtsche, Projektmanager bei Corivus, über spannenden Karrierewechsel vom Offizier zum Projektmanager - und wie dieser Weg ins zivile Projektmanagement gelingt. Auf den ersten Blick wirken militärische Aufträge und zivile Projekte wie zwei völlig verschiedene Welten – und doch gibt es zahlreiche Parallelen. 

Manuels Weg zur Bundeswehr

Manuel berichtet, dass er schon früh den Wunsch hatte, Soldat und Offizier zu werden. Direkt nach dem Abitur begann er seine Laufbahn bei der Bundeswehr. Nach der Grundausbildung folgte der Wechsel an die Bundeswehruniversität in Hamburg, wo er Wirtschaftsingenieurwesen studierte und sowohl Bachelor- als auch Masterabschlüsse erwarb. Das Studium war akademisch anspruchsvoll und zivil geprägt, dennoch blieb durch militärische Anteile stets der Bezug zur Truppe erhalten.

Nach dem Studium folgten weitere Stationen an der Offiziers- und Truppenschule. Als Oberleutnant trat er dann in die aktive Laufbahn ein und übernahm erste verantwortungsvolle Positionen.

Erste Erfahrungen und frühe Projektverantwortung

Erste Erfahrungen in der Truppe

Manuel schildert seinen Einstieg in der S3-Abteilung eines Bataillons. Dort ging es um Ausbildung, Einsatz, Organisation und Planung – eine Schnittstellenfunktion, die stark an Projektmanagement erinnert. Bereits nach kurzer Zeit übernahm er die Leitung der Abteilung, was ihn in eine fordernde Führungsrolle brachte.

Miliätrisches Projekt - Truppenverlegung

Sein erstes „Projekt“ im militärischen Kontext war die Planung und Durchführung einer Truppenverlegung nach Österreich. Dabei galt es, rund 100 Soldaten mit Ausrüstung, Fahrzeugen und Waffen per Zugtransport zu verlegen – eine logistische und organisatorische Herausforderung, die mehrere Monate Vorbereitung erforderte. Für Manuel war dies die Feuerprobe im militärischen Projektmanagement.

Projektmanagement im National Defense Umfeld

Parallelen zu zivilen Projekten

Im Gespräch wird deutlich, dass militärische Aufträge zwar viele Gemeinsamkeiten mit zivilen Projekten haben, doch deutlich stringenter ablaufen:

  • Auftraggeber und Stakeholder sind klar definiert.
  • Kommunikation erfolgt regelmäßig in großen Besprechungsrunden, wodurch alle Beteiligten informiert und eingebunden sind.
  • Termin- und Zieltreue haben oberste Priorität – Verschiebungen sind keine Option.
  • Ressourcenplanung wird verbindlich abgestimmt, was im zivilen Bereich oft eine größere Herausforderung darstellt.

Christian hebt hervor, dass solche klaren Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen in zivilen Projekten häufig fehlen, wodurch Reibungsverluste entstehen.

Chancen durch wachsenden Bedarf in Defense-Projekten

Der wachsende Bedarf an Projektmanagement-Kompetenz in der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie bietet viele Chancen. Mit unserer Projektmanagement-Expertise unterstützen wir im Bereich National Defense dabei, Strukturen aufzubauen und Projekte erfolgreich zu gestalten.

Wechsel in die zivile Projektmanagement-Karriere

Entscheidung für den Wechsel ins zivile Berufsleben

Nach rund zehn Dienstjahren stand Manuel vor der Wahl, Berufssoldat zu werden oder in die zivile Wirtschaft zu wechseln. Er entschied sich für den Übergang, bleibt aber als Reservist weiterhin aktiv. Zur Vorbereitung absolvierte er ein MBA-Programm sowie Zertifizierungen im Projektmanagement. Rückblickend betont er, dass praktische Erfahrung in zivilen Projekten unverzichtbar ist, um das theoretische Wissen aus Weiterbildung und Zertifikaten sinnvoll anzuwenden.

Herausforderungen beim Wechsel

Im Gespräch mit Christian beschreibt Manuel die Unterschiede zwischen militärischem und zivilem Arbeitsumfeld:

  • Im Militär gilt der Auftrag kompromisslos, während im Zivilen Arbeitszeitmodelle und persönliche Abgrenzungen stärker wirken.
  • Führung im militärischen Kontext setzt früh an: Bereits junge Offiziere führen große Teams mit hoher Verantwortung. Im zivilen Umfeld wird dies oft später erreicht.
  • Kommunikation ist entscheidend: Im zivilen Projektmanagement muss stärker erklärt und motiviert werden, um alle mitzunehmen.

Nutzen militärischer Erfahrung für die Wirtschaft

Manuel betont, dass sein militärischer Hintergrund ihm in Projekten heute besonders hilft:

  • Klare Zielorientierung und die Fähigkeit, Teams in dieselbe Richtung zu bewegen.
  • Strukturierte Entscheidungsprozesse, die auch in Krisensituationen Orientierung geben.
  • Vertrauen in die Expertise des Teams – eine Notwendigkeit, die er bereits in der Bundeswehr gelernt hat.

Beide stellen fest, dass der wachsende Bedarf an Projektmanagement-Kompetenz in der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie viele Chancen eröffnet. Unternehmen, die frühzeitig professionelle Strukturen aufbauen, sind heute im Vorteil.

Fazit und Ausblick

Zum Abschluss fassen Christian und Manuel die Kernpunkte zusammen:

  • Militärisches und ziviles Projektmanagement unterscheiden sich weniger, als man denkt.
  • Klare Kommunikation, Zielorientierung und strukturierte Prozesse sind entscheidend für den Erfolg.
  • Der Wechsel vom Offizier ins zivile Projektmanagement ist möglich und bietet wertvolle Synergien – besonders in Zeiten, in denen die nationale Verteidigungsindustrie an Bedeutung gewinnt.

Erfahren Sie mehr darüber, wie wir unsere Projektmanagement-Expertise im Bereich National Defense einsetzen.

Welche Rollen aktuell offen sind – auch für Quereinsteiger aus der Bundeswehr – finden Sie auf unserer Karriere-Seite.


Kapitel 

ZeitstempelThema
00:00Einführung in das Thema Projektmanagement
01:01Der Übergang vom Offizier zum Projektmanager
04:59Alltag eines Offiziers und erste Erfahrungen mit Projekten
10:11Die Herausforderungen bei militärischen Projekten
14:58Kommunikation und Stakeholder-Management in der Bundeswehr
18:10Der Wechsel in den zivilen Bereich und persönliche Entscheidungen
19:33Der Übergang vom Militär ins Zivilleben
22:17Zivile Qualifikationen und Weiterbildung
25:40Führungskompetenzen im zivilen Umfeld
29:00Herausforderungen und Anpassungen im Projektmanagement
34:39Tipps für den Karrierewechsel
36:13Zusammenfassung und Ausblick

Möchten Sie uns Feedback geben oder haben Sie eine Frage zum Projektmanagement oder zu Projekten, die wir im Podcast beantworten sollen?
Dann schreiben Sie uns an podcast(at)corivus.de.

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Gast der Episode:

Manuel Holtsche ist seit Mai 2024 als Projektmanager für Corivus tätig. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Umsetzung von unterschiedlichsten IT-Projekten bei der Bundeswehr.

Host des Podcasts:

Christian Dürk ist Host des Podcast und Vorstand von Corivus. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung im Management komplexer IT- und Organisationsprojekte.

Sein besonderes Steckenpferd ist der Spagat zwischen kurzfristigem Drehen eines Projekts und seiner langfristigen Organisation - insbesondere einer zukunftsfähigen Personalplanung, die das dauerhafte Funktionieren eines Bereichs sichert.