Gemeinsam mit seinem Gast Andreas Tack, Senior Projektmanager bei Corivus, spricht Hast Christian Dürk über ein Thema, das viele Projektmanagerinnen und Projektmanager beschäftigt: Projektmanagement-Zertifizierungen. Sind Zertifikate ein echter Karrierebooster oder eher ein nettes Extra? Welche Zertifikate gibt es überhaupt und worin unterscheiden sie sich? Für wen lohnt sich welches Zertifikat? Gemeinsam diskutieren die beiden diese und weitere Fragen rund um das Thema Zertifizierungen im Projektmanagement.
Projektmanagement-Zertifizierungen in der Praxis
Andreas ist seit 2004 bei der Corivus AG und seit rund 25 Jahren als Projektmanager tätig. Er hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Zertifizierungen erworben: PRINCE2 (Foundation & Professional), PMP (Project Management Professional), ACP (Agile Certified Practitioner) und SAFe Program Consultant. Damit bringt also sowohl Erfahrung mit klassischen Zertifikaten als auch mit modernen agilen Methoden mit, die er bereits in den unterschiedlichsten Projekten einsetzen konnte.
Gehalt und Karriereperspektiven durch Zertifizierungen
Christian verweist auf verschiedene Studien, die zeigen, dass Zertifikate messbare Gehaltsvorteile bringen können:
- PMI Salary Survey 2023: +27 % Gehalt mit PMP-Zertifizierung
- GPM-Studie 2024: +34 % Gehalt bei IPMA-Zertifizierung
- Durchschnittsgehalt Projektmanager 2024: ca. 112.000 Euro
Auch aktuelle Stellenausschreibungen zeigen, dass Zertifikate häufig Voraussetzung oder zumindest erwünscht sind.
Andreas ergänzt: In regulierten Branchen oder Großkonzernen sind Zertifikate oft eine notwendige Eintrittskarte. Im Consulting oder als Freelancer können sie sogar höhere Tagessätze rechtfertigen. Gleichzeitig sinkt der Stellenwert mit zunehmender Berufserfahrung: Erfahrung übertrifft Zertifikate – wenngleich sie gerade am Anfang der Karriere wertvoll sein können.
Überblick: Wichtige Projektmanagement-Zertifikate
- PMP (Project Management Professional, PMI)
International anerkannt, besonders relevant in IT, Consulting, Automotive und Manufacturing. - IPMA (International Project Management Association)
In Deutschland, Österreich und der Schweiz stark verbreitet, mit unterschiedlichen Levels je nach Erfahrung und Projektgröße. - PRINCE2
Besonders häufig in Behörden, Infrastruktur- und Bauprojekten. International anerkannt, aber kleiner im Vergleich zum PMP. - ACP (Agile Certified Practitioner, PMI)
Geeignet für Organisationen, die den Übergang von klassischem zu agilem Projektmanagement gestalten. - SAFe (Scaled Agile Framework)
Deckt die agile Skalierung auf Organisationsebene ab, mit verschiedenen Rollen wie Scrum Master oder Product Owner.
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Für wen lohnt sich welches Projektmanagement-Zertifikat?
Andreas empfiehlt, einen Selbsttest zu machen: Welche Zertifikate fordern die für mich relevanten Stellenanzeigen? Wenn in einem Drittel der Ausschreibungen ein PMP gefordert ist, lohnt sich die Investition.
Gerade für Berufseinsteiger und junge Projektmanager können Zertifikate Türen öffnen und fehlende Praxiserfahrung ausgleichen. Für erfahrene Projektleiter sind sie eher ein Zusatznutzen oder helfen bei Branchenwechseln, da sie Vertrauen und methodische Kompetenz signalisieren.
Aufwand und Rezertifizierung
Ein Zertifikat ist kein einmaliger Schritt. Viele müssen regelmäßig erneuert werden, wie z. B. der PMP alle drei Jahre. Dazu müssen Trainings, Weiterbildungen oder Konferenzteilnahmen nachgewiesen werden.
Andreas berichtet aus eigener Erfahrung: Der Aufwand umfasst hunderte Lernstunden und mehrere tausend Euro für Schulungen und Prüfungen. Gleichzeitig zwingt es dazu, sich regelmäßig mit aktuellen Trends wie KI im Projektmanagement auseinanderzusetzen.
Kritische Stimmen
Natürlich gibt es auch Kritik: Multiple-Choice-Tests prüfen oft nur auswendig gelerntes Wissen. Andreas entgegnet: „Erfahrung schlägt Zertifikate im Laufe des Lebens immer.“ Dennoch können Zertifikate ein entscheidender Faktor sein, um durch automatisierte HR-Systeme nicht frühzeitig aussortiert zu werden.
Zertifikate im Projektmanagement nur „Nice-to-Have?”
Die beiden fassen zusammen:
- Zertifikate bieten gerade im deutschsprachigen Raum echte Gehalts- und Karrierevorteile.
- Sie helfen vor allem am Anfang der Laufbahn oder beim Branchenwechsel.
- Mit wachsender Erfahrung verliert das Zertifikat an Bedeutung – bleibt aber ein sinnvolles Add-on.
Andreas empfiehlt allen, einmal einen Blick in den eigenen Stellenmarkt zu werfen und zu prüfen, welche Zertifikate wirklich gefragt sind. Erfahrung bleibt der wichtigste Erfolgsfaktor im Projektmanagement. Doch die Kombination aus Erfahrung und Zertifikat bietet klare Vorteile – ob für den Einstieg, für die Karriereentwicklung oder als Nachweis methodischer Kompetenz.
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Kapitel
| Zeitstempel | Thema |
|---|---|
| 00:00 | Zertifikate vs. Erfahrung im Projektmanagement |
| 02:52 | Die Bedeutung von Zertifizierungen |
| 05:57 | Unterschiedliche Zertifikate im Überblick |
| 09:00 | Die Relevanz von Zertifikaten in verschiedenen Branchen |
| 12:03 | Zertifikate: Notwendig oder überflüssig? |
| 14:57 | Erfahrungen und Herausforderungen bei Zertifizierungen |
| 18:11 | Zukunft der Zertifikate im Projektmanagement |
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