Im Hintergrund des Bildes sind zwei Personen zu sehen, die zueinander gewandt an einem Tisch sitzen. Die Frau auf der linken Seite trägt eine weiße Bluse und lächelt den Mann gegenüber an. Der Mann hält den Kopf nachdenklich gesenkt und hat die rechte Hand in einer erklärenden Bewegung. Links im Bild befindet sich ein stilisiertes Mikrofon-Symbol, rechts unten eine Podcast-Grafik mit der Aufschrift „Projektmanagement im Glas“ mit Christian Dürk. Die Gestaltung des Bildes kombiniert Fotografie mit grafischen Elementen in Blau- und Orangetönen.

#74 Vom Projektleiter zum Projektleader – warum Coaching den Unterschied macht

Christian Dürk, Roger Butz und Armin Süsser diskutieren, warum erfahren Projektleiter Coaching brauchen.

In dieser Episode von Projektmanagement im Glas spricht Christian Dürk mit den Corivus-Kollegen Armin Süsser und Roger Butz über ihre langjährigen Erfahrungen im Coaching von Projektleitern. Gemeinsam beleuchten sie, wie Coaching und Mentoring Projektmanager fachlich und menschlich weiterentwickeln können – hin zu echten Projektleadern.

Warum Coaching für Projektleiter sinnvoll ist

Christian wirft die zentrale Frage auf: Warum sollte ein erfahrener Projektleiter Coaching in Anspruch nehmen?

Roger zieht den Vergleich zum Spitzensport: Selbst der beste Tennisspieler wie Jannik Sinner arbeitet mit mehreren Trainern. Das zeigt: Auch Spitzenkräfte profitieren von externer Unterstützung. Coaching hilft, Muster zu erkennen, blinde Flecken aufzudecken und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Armin ergänzt, dass Coaching eine zusätzliche Dimension ins Projektmanagement bringt, ähnlich wie ein Lessons Learned im Projekt. Es geht um Reflektion, die im Alltag oft zu kurz kommt.

Coaching und Mentoring – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Begriffe Coaching und Mentoring werden oft synonym verwendet, unterscheiden sich aber in Nuancen:

  • Mentoring: Der Mentor fungiert als Vorbild und teilt seine Erfahrung.
  • Coaching: Der Coach unterstützt dabei, eigene Lösungen zu entwickeln.

Beide Ansätze sind individuell und persönlich und damit anders als ein Standardtraining, das für alle Teilnehmer gleich abläuft.

Was Coaching nicht ist

Ein zentraler Punkt in der Diskussion: Coaching ist keine Therapie und kein Konsumprodukt. Es geht nicht darum, aus „schwachen“ Projektleitern starke zu machen, sondern gute Projektleiter zu Leadern weiterzuentwickeln. Coaching funktioniert nur, wenn der Coachee aktiv mitarbeitet und bereit ist, eigene Muster zu reflektieren. Vertrauen und Vertraulichkeit sind dabei unverzichtbar, sowohl gegenüber dem Auftraggeber als auch innerhalb des Prozesses.

Der Coaching-Prozess in der Praxis

Ein Coaching-Prozess bei Corivus folgt klaren Prinzipien:

  1. Vertrauensbasis schaffen: Oft sind Projektleiter anfangs skeptisch, vor allem wenn das Coaching vom Arbeitgeber initiiert wurde. Hier gilt es, Offenheit zu fördern.
  2. Kontextanalyse: In den ersten Sitzungen wird das Umfeld des Projektleiters beleuchtet, zum Beispiel organisatorische Strukturen, Stakeholder und Kommunikationsmuster.
  3. Stärken- und Schwächenprofil: Neben Schwächen wird gezielt auch an Stärken gearbeitet.
  4. Individuelle Methoden: Zum Einsatz kommen u. a. das Corivus Projekt Rating, Root-Cause-Analysen oder Kommunikationsmodelle.

Armin und Roger betonen, dass die Vorbereitung bewusst schlank gehalten wird. Sie wollen den Coachee unvoreingenommen kennenlernen und gemeinsam individuelle Schwerpunkte entwickeln.

Typische Themen und Methoden

  • Kommunikation: Fehladressierte E-Mails, falsche Tonalität oder unklare Inhalte sind häufige Ansatzpunkte.
  • Reflektion von Mustern: Wiederkehrende Probleme werden identifiziert, um neue Handlungsstrategien zu entwickeln.
  • Praktische Unterstützung: Manchmal geht es auch um ganz konkrete Situationen, z. B. die Vorbereitung eines Lenkungskreises oder die Optimierung von Präsentationen.
  • Werkzeuge: Neben strukturierten Ratings setzen die Coaches je nach Situation auch Modelle wie die Vier-Seiten-Nachricht oder Ishikawa-Diagramme ein.

Rolle und Verantwortung des Coaches

Ein Coach muss wachsam bleiben, um nicht instrumentalisiert zu werden, etwa als „verlängertes Sprachrohr“ gegenüber Vorgesetzten. Coaching bleibt persönlich, aber nicht privat: Es gibt Nähe und Offenheit, aber die professionelle Rolle steht im Vordergrund.

Coaching macht Projektmanager zu Projektleadern

Zum Abschluss halten Armin und Roger fest:

  • Coaching bringt nicht nur den Einzelnen voran, sondern verbessert auch die Ergebnisse konkreter Projekte.
  • Entscheidend ist die Kombination aus Erfahrung, Methodik und der Fähigkeit, Projektleiter zu reflektierten und mutigen Entscheidern weiterzuentwickeln.
  • Das Ziel: aus Projektleitern echte Projektleader zu machen.

Wenn Sie das Thema weiter vertiefen möchten, empfehlen wir unser Webinar „Projektleiter unter Druck – wie Coaching Klarheit, Rollenstärke und Wirkung schafft“.


Kapitel 

ZeitstempelThema
00:00Einführung in das Coaching von Projektleitern
02:46Der Unterschied zwischen Projektleiter und Projektleader
05:44Coaching vs. Mentoring: Begriffsdefinitionen
08:54Die Rolle des Coachees im Coaching-Prozess
11:32Vertrauensaufbau im Coaching
14:33Coaching in der Praxis: Ablauf und Methodik
17:40Vorbereitung auf den Coaching-Prozess
20:43Methoden und Werkzeuge im Coaching
23:39Individuelle Ansätze im Coaching
26:38Schlussfolgerungen und Ausblick

Möchten Sie uns Feedback geben oder haben Sie eine Frage zum Projektmanagement oder zu Projekten, die wir im Podcast beantworten sollen?
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Gäste der Episode:

Roger Butz ist seit 2018 als Senior Projektmanager für Corivus tätig. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in unterschiedlichsten IT-Rollen, davon über 10 Jahre in leitenden Funktionen in einem der DAX-Unternehmen. Seine Beratungsschwerpunkte umfassen die Bereiche Projekt- und Projektportfoliomanagement, die Transformation der IT zu einer pragmatischen und zukunftsorientierten Ausrichtung sowie Enterprise Architecture Management. 

Armin Süsser ist Mitglied der Geschäftsleitung von Corivus. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Management komplexer IT-Systemeinführungen. Seine Beratungsschwerpunkte sind Turnaround Management in kritischen, häufig bereits havarierten Projekten, Etablierung praktikabler Hybridmodelle zwischen V-Model und Scrum sowie Dienstleistersteuerung und Projektcontrolling.

Host des Podcasts:

Christian Dürk ist Host des Podcast und Vorstand von Corivus. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung im Management komplexer IT- und Organisationsprojekte.

Sein besonderes Steckenpferd ist der Spagat zwischen kurzfristigem Drehen eines Projekts und seiner langfristigen Organisation - insbesondere einer zukunftsfähigen Personalplanung, die das dauerhafte Funktionieren eines Bereichs sichert.