Im Hintergrund ist sind rechts und links jeweils ein großer Fels zu sehen, zwischen denen ein Seil gespannt ist. Auf dem Seil sind die Konturen einer Person zu sehen, die mittig mit ausgestreckten Armen über das Seil balanciert. Im Hintergrund ist ein Sonnenaufgang zu sehen. Links im Bild befindet sich ein stilisiertes Mikrofon-Symbol, rechts unten eine Podcast-Grafik mit der Aufschrift „Projektmanagement im Glas“ mit Christian Dürk. Die Gestaltung des Bildes kombiniert Fotografie mit grafischen Elementen in Blau- und Orangetönen.

#80 Mut im Projektmanagement: Wie mutige Entscheidungen Projekte erfolgreicher machen

Christian Dürk und Olaf Herbig sprechen über mutige Entscheidungen im Projektmanagement.

Mut ist im Projektmanagement weit mehr als eine Soft Skill – er ist eine Voraussetzung für klare Entscheidungen, eine stabile Projektstruktur und nachhaltigen Projekterfolg. In dieser Podcastfolge spricht Christian Dürk mit Olaf Herbig darüber, warum Mut kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor ist und das vom Start eines Projekts über den Umgang mit Scope und Veränderungen bis hin zum Projektabschluss.

Mut als Erfolgsfaktor im Projektmanagement

Schon bevor ein Projekt beginnt, braucht es Mut von beiden Seiten, sowohl vom Auftraggeber und als auch von der (externen) Projektleitung:

  • Mut zur klaren Scope-Festlegung
  • Mut zur Entscheidung, ob ein Projekt in dieser Form überhaupt machbar ist
  • Mut zur frühen Festlegung von Zielen und Grenzen

Ohne einen definierten Scope kommt es später zu Unsicherheiten, Zielverschiebungen und fehlender Orientierung. Ziele und Grenzen sind auch bei einer frühen Festlegung nicht in Stein gemeißelt, bieten aber Sicherheit und eine Diskussionsgrundlage. Deshalb ist eine klare Festlegung für beide Seiten unverzichtbar.

Klarheit schaffen: Der Scope als Fundament

Ein Projekt ohne Scope führt laut Olaf Herbig zwangsläufig dazu, dass Teams nach einigen Monaten nicht mehr wissen, was ursprünglich vereinbart wurde. Im Falle von Schwierigkeiten – die in jedem Projekt auftreten – fehlt dann die Basis für Entscheidungen.

Scope verteidigen – eine Kernaufgabe der Projektleitung

Der Scope wird im Projekt immer wieder herausgefordert, diskutiert und bei Bedarf angepasst. Doch ohne einen vorab definierten Change Management Prozess sind Änderungen im Projektverlauf oft nicht mehr nachvollziehbar. Später infrage gestellte Abweichungen vom zu Beginn definierten Scope sind dann oft schwer zu verteidigen.
Die Projektleitung muss deshalb auch versteckte Änderungen frühzeitig als solche erkennen, die Einhaltung des offiziellen Change-Prozesses einfordern und Klarheit und Dokumentation sicherstellen.

Dies ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Projektmanagement, denn nur so können Transparenz und Nachvollziehbarkeit über Jahre hinweg gewährleistet werden.

Führungsqualität im Projektmanagement

Eine zentrale Führungsqualität im Projektmanagement ist es, Projekte ablehnen zu können, wenn Scope, Ressourcen oder Rahmenbedingungen nicht passen.
Besonders für externe Projektleiter ist dies herausfordernd, aber notwendig, um Projekte verantwortungsvoll zu führen.

Die Projektleitung übernimmt im Projekt entscheidende Führungsrollen und Verantwortlichkeiten. Dazu zählt unter anderem:

  • Entscheidungen vorbereiten
  • Optionen aufzeigen
  • Grenzen benennen
  • unbequeme Wahrheiten klar kommunizieren

Dies erfordert Mut – besonders in Steering Boards oder Managementrunden, in denen oft versucht wird, eigene Interessen im Projekt durchzusetzen. Der Projektleiter muss einen kühlen Kopf bewahren und die Projektziele im Fokus behalten.

Verantwortung übertragen und Teams stärken

Zu Beginn großer Projekte gibt es häufig Vorbehalte im Team: Unsicherheiten, fehlende Erfahrung oder Respekt vor der Projektgröße. Das gezielte Übertragen von Verantwortung an die Teammitglieder hilft dabei, Mitarbeitende zu überzeugten Projektbeteiligten zu machen. Wird Verantwortung klar übertragen, wachsen die Teammitglieder spürbar mit ihren Aufgaben.

Professioneller Umgang mit Konflikten und Emotionen

Mutig sein bedeutet nicht, emotionslos zu sein und Projektziele ohne Weitblick voranzutreiben. Vielmehr bedeutet Mut im Projektmanagement professionelle Distanz zu wahren, um klar denken zu können. Konflikte sind unvermeidlich, besonders in großen Projekten. Gerade deswegen ist besonders wichtig, dass der Projektleiter sich distanzieren und rationale Entscheidungen kann.

Professionelle Distanz bedeutet dabei:

  • Konflikte nicht persönlich nehmen
  • sachlich bleiben
  • rechtzeitig Unterstützung suchen (z. B. durch Coaching oder Moderation, aber auch durch Stakeholder und andere Projektverantwortliche)

Mut zum Projektabschluss

Auch wenn alle Meilensteine erreicht sind, fehlt häufig noch eines:
Mut, die Lösung tatsächlich live zu bringen, auch wenn sie „nur“ 95 % fertig erscheint. Oft gibt es noch ungeklärte Abhängigkeiten, die Ablösung alter Systeme fällt schwer und organisatorische Veränderungen legen Steine in den Weg. Besonders in langen Projekten entsteht zusätzlich ein starkes Teamgefühl. Es brauch Mut und klare Kommunikation, um für das Projektteam Perspektiven für die Zeit nach dem Projekt zu schaffen. All das macht den Go-Live zu einem mutigen – aber notwendigen – Schritt.

Mut zur Dokumentation und zu Lessons Learned

Eine saubere Dokumentation und bewusste Lessons-Learned-Workshops, bei denen alle Projektmitarbeitenden involviert werden, fallen im Projektalltag oft unter den Tisch. Das Projekt wird zwar erfolgreich abgeschlossen, doch die Dokumentation wird oft vernachlässigt. Teammitglieder werden bereits in die Linientätigkeiten zurückgeführt, Stakeholder beschäftigen sich bereits mit den nächsten Projekten und das Budget neigt sich dem Ende zu. Dennoch muss die Dokumentation des Projekts ordentlich abgeschlossen und Lessons Learned für zukünftige Projekte aufgearbeitet werden.

Beides gewinnt durch den Einsatz von KI zunehmend an Bedeutung, denn nur strukturierte Daten können zukünftig sinnvoll wiederverwendet werden.

Coaching für Projektmanager: Unterstützung bei mutigen Entscheidungen

Viele der beschriebenen Herausforderungen – Scope-Diskussionen, Konflikte, schwierige Steering Boards, Führungsentscheidungen – lassen sich deutlich leichter meistern, wenn man einen erfahrenen Sparringspartner an der Seite hat.

Hier geht’s zu unserem Coaching-Angebot für Projektmanager.

Ob kostenfreie Projektsprechstunde oder individuelle Begleitung – wir unterstützen dabei, Mut in konkrete Projektführung umzusetzen.

Fazit

Mut zeigt sich im Projektmanagement in vielen Situationen: beim gut geplanten Start, klar durchdachten Entscheidungen, zielgerichteter Führung, souveränem Umgang mit Veränderungen und einem gut dokumentierten Anschluss.

Die Folge zeigt eindrücklich, dass Mut nicht „laut“ oder „heroisch“ sein muss, sondern strukturiert, sachlich und verantwortlich.


Kapitel 

ZeitstempelThema
00:00Mut im Projektmanagement: Einleitung und Bedeutung
02:21 Der Scope: Mut zur Definition und Verantwortung
04:20Change Management: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
06:20Entscheidungen treffen: Mut zur Klarheit und Verantwortung
10:46Teamverantwortung: Gemeinsam zum Erfolg
12:54Emotionale Distanz: Professionell bleiben in Konflikten
17:12Der letzte Schritt: Mut zur Umsetzung und Reflexion
20:19Abschluss und Ausblick: Mut zur Veränderung

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Gast der Episode:

Olaf Herbig ist Unternehmensberater im Bereich der IT und systemischer Master Coach, DVNLP mit über 30 Jahren Führungserfahrung in nationalen und internationalen Unternehmen.

Er leitet große IT-Programme, verantwortet komplexe Transformationsprojekte und unterstützt heute Firmen sowie Führungskräfte bei Digitalisierung, Change-Prozessen und in der persönlichen Weiterentwicklung. Weitere Informationen finden Sie unter www.moveandgoahead.com.

Host des Podcasts:

Christian Dürk ist Host des Podcast und Vorstand von Corivus. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung im Management komplexer IT- und Organisationsprojekte.

Sein besonderes Steckenpferd ist der Spagat zwischen kurzfristigem Drehen eines Projekts und seiner langfristigen Organisation - insbesondere einer zukunftsfähigen Personalplanung, die das dauerhafte Funktionieren eines Bereichs sichert.